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„Wenn Augen anders sehen“ :

Kommunalpolitik


Wenn Augen anders sehen..

Rede der stellvertretenden Bürgermeisterin Edeltraud van Venrooy anlässlich der Eröffnung der Einzelausstellung von Britta Neumärker „Wenn Augen anders sehen“
am 24.10.08 in Hilden

Sehr geehrte Frau Neumärker,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich bedanke mich für die Einladung und freue mich sehr, heute die
Eröffnungsrede halten zu können.
Es ist ein Wink des Schicksals, dass ich heute als stellvertretende
Bürgermeisterin von Erkrath für eine Erkrather Künstlerin in der Stadt Hilden zum Thema „ Wenn Augen anders sehen“ sprechen werde.

Frau Neumärker, Sie haben Hilden sicherlich wegen des Künstlerhauses als Ausstellungsort und des kunstinteressierten Publikums gewählt.
Es gibt aber einen weiteren Bezugspunkt, nämlich den Mediziner Wilhelm Fabry, der von 1560-1634 lebte und in Hilden geboren wurde. Er gilt als größter deutscher Wundarzt seiner Zeit und Begründer der
wissenschaftlichen Chirurgie. Er behandelte die Menschen nicht nur als
Mediziner, sondern er forschte, publizierte und tauschte Erfahrungen aus. Die Gesamtausgabe seiner medizinischen Schriften fand nach seinem Tod noch 150 Jahre Beachtung unter den Ärzten.

Er forschte genau wie es Frau Neumärker getan hat, nachdem sie die Idee zu dieser Ausstellung entwickelte.
Seit einem Unfall vor fünf Jahren hat Frau Neumärker ein Augenleiden, dass ihre Sehfähigkeit erheblich beeinträchtigt.
Mit jedem Wimpernschlag verändern sich die Bilder, die sie sieht.
Für andere Menschen - auch für Ärzte - ist ihr Sehen schwer nachvollziehbar. Jeder kennt Doppelbilder, aber was dies in seiner Konsequenz bedeutet und wie sich die Bilder verändern können, hat bisher niemand sichtbar gemacht. Ihr ist es durch intensive Selbststudien gelungen, diese Bilder festzuhalten.

Fünf Jahre hat es gedauert, bis die Künstlerin Britta Neumärker diese Bilder zu Papier oder auf Leinwand bringen konnte. Die Umsetzung war schwer, weil sich die Bilder in ihren Augen ständig verändern und die Gegenstände bei ihrer Art des Sehens aber die vollständige Größe behalten oder auch verzerrt dargestellt werden. Durch dieses Sehen entstehen bizarre Welten, die aber in Teilen völlig real bleiben.
Es ist daher eine besondere Art der Kunst, die heute hier mit ersten Werken zum Thema „ Wenn Augen anders sehen“ ausgestellt ist. Eine neuartige Kunst ist entstanden.

Diese Ausstellung ist in drei Teile gegliedert. Was die Augen von Frau
Neumärker sehen, ist in Malerei, in der Aluminium Linie, die kürzlich mit dem Euro-Ehrenpreis prämiert wurde, und in Computergrafiken festgehalten.

Sehr geehrte Frau Neumärker und nun komme ich zurück, auf das was ich anfangs sagte.
Warum gibt es eine Verbindung des Themas zu mir. Auch ich habe ein
Augenleiden von Geburt an und ich kenne die Bilder, wie sie sich verändern, wenn ich sie verschwommen oder nur als Nebel wahrnehme.
Es ist ein Wink des Schicksals, dass uns beide heute zusammengeführt hat.

Ich habe Sie als Mitglied der Künstlergruppe KuEr, die mit Themenausstellungen überzeugt haben, kennen gelernt. Sie sind eine Künstlerin, der ich Respekt und Achtung entgegenbringe und
auf die ich als stellvertretende Bürgermeisterin aus Erkrath Stolz bin.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Leonardo da Vinci, das besagt:
Wieviel Schönheit empfängt das Herz mit den Augen.

Gehen sie mit offenen Augen durch diese Ausstellung.
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg.

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